Das Gründungsteam stellt sich vor

Kennt ihr schon Christiane Jonietz? Sie behält selbst im dichtesten Förderdschungel für Euch den Überblick. Was sie mit dem Thema Start-ups verbindet und welche Tipps sie für die Gründung hat, erfahrt ihr im Kurzinterview.

Was verbindet dich mit dem Thema Start-ups?

Ursprünglich habe ich an der RUB Elektrotechnik studiert und davor auch eine Lehre als Energieanlagenelektronikerin gemacht. Mich haben daher im Studium schon eher die anwendungsorientierten Dinge interessiert. Nach meinem Studium war meine erste Aufgabe, für die Darstellung der Nachhaltigkeit eines Projektes am Lehrstuhl, einen Businessplan zu schreiben, was ja eigentlich nicht zu den Kernkompetenzen aus meinem Studium gehörte. Das war mein erster Berührungspunkt mit dem Thema. Als dann die damalige Transferstelle der RUB (rubitec GmbH) eine „Projektmanagerin“ für ein neues Gründungsförderprojekt (Hochschulgründerverbund Ruhr) gesucht hat, habe ich mich beworben und bin mittlerweile seit über 14 Jahren an der RUB Ansprechpartnerin zum Thema Gründung. 

Was macht aus deiner Sicht das Gründen an der RUB so besonders (gut)?

Ich bin ja jetzt schon ein bisschen länger dabei und kenne die Entwicklung zu dem Thema sowohl an der RUB als auch im Umfeld. Es gab schon früher erfolgreiche Start-ups aus der RUB (siehe Scienlab oder GDATA) aber mittlerweile gibt es viel bessere Unterstützungsmöglichkeiten. In den letzten Jahren wurden viele Strukturen geschaffen und Verwaltungsabläufe angestoßen, die es den Teams aus der Hochschule etwas einfacher machen. Aber auch der Bereich entrepreneuriale Lehre hat gerade durch das Worldfactory Start-up Center richtig Schub bekommen. Ich glaube es gibt mittlerweile keinen Fachbereich mehr, bei dem es keine Vorlesung oder Seminar mit solch einem Fokus gibt. Und wer sich dann schon im Studium für den Weg der Selbstständigkeit entscheidet, kann zusätzlich die Angebote aus dem Optionalbereich nutzen, um seine Geschäftsidee weiter zu entwickeln und sogar noch ECTS dafür zu bekommen. Ich kann hier jetzt nicht alle Angebote des WSC aufzählen, aber gerade durch die Möglichkeiten des MakerSpace und der Inkubatoren haben wir über die Beratung hinaus ein tolles Gesamtpaket. Zwei wichtige Dinge möchte ich aber auf jeden Fall noch nennen, in unserem zentralen Team sind wir sehr unterschiedlich in Bezug auf unsere Vorerfahrung, unsere Kompetenzen, unser Netzwerk und unsere Art und Weise zu beraten und das kommt unseren Teams zu Gute. Last but not least ist es das Commitment „von oben“ (Hochschulleitung) was die RUB so besonders macht.

Was macht für dich eine erfolgreiche Gründung aus?

Eine erfolgreiche Gründung hängt auch immer so ein bisschen davon ab, was man selbst als erfolgreich ansieht. Aber grundsätzlich sollte man Gründung nicht mit Reichtum verbinden und immer auf dem Schirm haben, dass man zwar eine super Idee haben kann aber grundsätzlich die Probleme des Kunden lösen sollte. Also entweder man findet direkt einen passenden Markt oder man muss sein Produkt/Dienstleistung dem Markt anpassen. Deshalb haben wir uns in der Beratung auf das Lean Canvas auf Basis des Business Model Canvas als Grundlage zur Evaluierung des Geschäftsmodells geeinigt. Gerade Wissenschaftler*innen sind durch ihren Werdegang eher lösungsorientiert unterwegs und müssen sich erst an ein problemorientiertes Denken gewöhnen. Meine Erfahrung hat auch gezeigt, dass Gründungen dann erfolgreich sind, wenn man sich Feedback einholt und für Kritik offen ist. Diese Kritik sollte man zumindest zulassen und drüber nachdenken. Daraus folgt auch noch ein letzter Tipp von mir: gründet wenn möglich im Team. Gerne auch interdisziplinär, das hilft Dinge von unterschiedlichen Seiten zu betrachten, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen und man kann Entscheidungen zusammen treffen.

Portrait von Christiane Jonietz auf einem bunten Hintergrund